Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Regionalverband Halle-Saalkreis e.V.
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Tel. 0345 20 21 618 - Fax. 0345 47 23 610


Kleiner Vogel mit großen Ansprüchen

Der Gartenrotschwanz ist „Vogel des Jahres 2011“

Gartenrotschwanz-Männchen mit Raupe

Sein Name täuscht: Der Gartenrotschwanz ist in unseren Gärten nur noch selten anzutreffen. Hilfe für den farbenprächtigen Zugvogel ist unbedingt erforderlich. Deshalb haben ihn der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern zum „Vogel des Jahres 2011“ gekürt.

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Gartenrotschwanz in Sachsen-Anhalt

Brutbestand (Brutpaare) und Verbreitung

  • Deutschland: 110.000 – 160.000
  • Sachsen-Anhalt: 8.000 – 12.000
  • Abnahme der Brutbestände in den letzten 20 Jahren von mehr als 20% in Sachsen-Anhalt
  • In Sachsen-Anhalt gleichmäßig verbreitet, jedoch nicht häufig
  • Vor allem in der Nähe des Menschen in Siedlungen (Gärten, Parks, Friedhöfen) und Gebieten mit vielen Altobstwiesen (Unstrut, Südharz), aber auch im Wald

Gefährdung und Schutz

  • Benötigt niedrige Vegetation und Sitzwarten, um an Insekten am Boden zu gelangen sowie Bruthöhlen in alten Bäumen
  • nimmt gern sogenannte Halbhöhlenkästen an
  • in Deutschland früher sehr häufig, jedoch seit 1950 Bestandsrückgänge
  • regional unterschiedliche Entwicklung, z.B. im Nordosten Deutschlands Erholung und Stabilisierung, in NRW nur noch 4.000 Brutpaare („Stark gefährdet“)
  • in Sachsen-Anhalt Kategorie 3 („Gefährdet“) der Roten Liste
  • gefährdet durch: Verluste Altholzbestände, Insektenmangel durch Gifteinsätze, Dürreperioden in den afrikanischen Überwinterungsgebieten

 

 

Fliegendes Kreuz und Meistertaucher

Der Kormoran ist „Vogel des Jahres 2010“

Kormoran, Flügel trocknend

Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“ gewählt. Die beiden Verbände wollen sich damit offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu Tausenden geschossen und vertrieben wird. Mehr




 

 


„Vogel des Jahres 2009“

Der Eisvogel

Der „fliegende Edelstein“ braucht naturnahe Gewässer zum Überleben


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Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Eisvogel zum „Vogel des Jahres 2009” gekürt. Der Vogel, der wegen seiner Schönheit und Farbenpracht gern als „fliegender Edelstein“ bezeichnet wird, steht für lebendige Flüsse und Auen.

Wiederwahl nach 36 Jahren soll neuen Schwung für Gewässerschutz bringen
Der Eisvogel war bereits 1973 Jahresvogel. „Die Entscheidung, den Eisvogel nach 36 Jahren erneut zum Symboltier für das Jahr 2009 zu wählen, ist bewusst gefallen. Die damaligen Forderungen haben nicht an Aktualität verloren: Der Eisvogel braucht sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen. Nur dort findet er seine Nahrung, überwiegend Kleinfische, und natürliche Steilwände für die Anlage seiner Brutröhren. Diese Lebensräume sind in Deutschland trotz mancher Fortschritte im Gewässerschutz immer noch Mangelware“, sagt NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.

„Der Eisvogel ist nicht nur Wappenvogel des LBV, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Mit seiner Wiederwahl wollen wir neuen Schwung in die Debatte um den Schutz unserer Gewässer bringen. Angesichts der Goldgräberstimmung bei regenerativen Energien sind gerade bei uns in Bayern Pläne zu erkennen, die Wasserkraft an schnell fließenden Bächen auszubauen. Damit würden viele naturnahe Lebensräume des Eisvogels beeinträchtigt“, erläutert LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann.

Woher der Name des etwa spatzengroßen Eisvogels (Alcedo atthis) stammt, ist strittig. Manche Deutungen leiten den Namen vom althochdeutschen „eisan“ für „schillern“ oder „glänzen“ ab. Die Bezeichnung „Schillervogel“ passt zum flirrenden Farbenspiel, das der Eisvogel im Sitzen und im Flug bietet. Andere Autoren interpretieren den Eisvogel als „Eisenvogel“ und vermuten einen Bezug auf das stahlblaue Rücken- oder das rostfarbene Bauchgefieder.



 

Der Kuckuck ist Vogel des Jahres 2008
Wirtsvogelschwund und Klimaerwärmung bedrohen den populären Zugvogel


Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Kuckuck zum „Vogel des Jahres 2008” gekürt. Der Kuckuck (Cuculus canorus), der seinen Namen nach seinem eingängigen Ruf erhalten hat, ist vielerorts verschwunden, weil sein Lebensraum verloren geht – in Deutschland genauso wie im afrikanischen Winterquartier. In Deutschland geht der Kuckucksbestand schon seit Mitte der 60er Jahre zurück. Nach Angaben aus mehreren Bundesländern hat die Zahl der Kuckucke allein in den letzten zehn Jahren gebietsweise um 20 bis 30 Prozent abgenommen, am stärksten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, im Saarland und in Baden-Württemberg. Im Nordosten Deutschlands, wie etwa im Spreewald, und in den bayerischen Voralpen ist er noch am häufigsten anzutreffen.

„Der Kuckuck steht für artenreiche und vielfältige Lebensräume. Wo sich Landschaft durch die Anlage großflächiger Monokulturen, für den Bau von Freizeitanlagen oder den Straßenbau verändert oder verschwindet, fehlt dieser Lebensraum für die Vögel“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz bei der Auftaktpressekonferenz zum Vogel des Jahres 2008 in Berlin. Zusätzlich wirke sich der Einsatz von Pestiziden negativ auf den Bestand aus, wodurch dem Kuckuck als Insektenfresser zunehmend die Nahrung fehle.


Im Rüttelflug zum Vogel des Jahres 2007
Der Turmfalke - eleganter Jäger in Feld und Flur

Turmfalke
Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Turmfalken zum „Vogel des Jahres 2007” gekürt. Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist mit seinen rund 35 Zentimetern Körpergröße und 75 Zentimetern Flügelspannweite ein kleiner Verwandter des ersten Jahresvogels überhaupt, dem 1971 gewählten Wanderfalken. Im Gegensatz zum damals vom Aussterben bedrohten Wanderfalken ist der Turmfalke kein ganz seltener Vogel. Dennoch gehen die Bestandszahlen langsam, aber stetig zurück.

Auch wenn er nicht auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht und die Bestände in manchen Regionen stabil geblieben sind, hat die Zahl der Turmfalken in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen. „In Baden-Württemberg ist die Zahl der Brutpaare um mehr als die Hälfte zurückgegangen und in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben sich die Bestände um mehr als 20 Prozent reduziert“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Freie Flächen an den Stadt- und Dorfrändern würden durch Straßen und Neubauten versiegelt, Nistmöglichkeiten an geeigneten Gebäuden bei Sanierungen häufig verschlossen und Kirchtürme oftmals von außen unzugänglich gemacht. Dem Turmfalken fehle es zunehmend an Nistplätzen und Nahrungsangebot. Denn auch die offenen Landschaften – sein bevorzugtes Jagdrevier – würden immer eintöniger. Es fehlen zunehmend Hecken, einzelne Bäume und Pfähle, die der Vogel als Ansitz für die Jagd nutzt.


 

 

Kopfüber zum Vogel des Jahres 2006
Der Kleiber – die Stimme unserer Buchen- und Eichenwälder

NABU und Landesbund für Vogelschutz (LBV),NABU-Partner in Bayern, haben den Kleiber zum „Vogel des Jahres 2006” gekürt. Damit folgt dem Uhu als größter Eule Europas in diesem Jahr ein kleiner Singvogel, der in Deutschland weit verbreitet ist. „Die Wahl des Kleibers ist ein Plädoyer für den Schutz von Buchen- und Eichenwäldern“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Er stehe stellvertretend für einen Lebensraum in Deutschland und Mitteleuropa, der ebenso unverzichtbar für viele andere Vögel wie Spechte, Meisen oder Greifvögel sei.
 


„Der Kleiber ist die Stimme unserer Wälder und hat zudem eine interessante Biologie“, betonte Opitz. Die Männchen höre man von Ende Dezember bis ins Frühjahr mit der lauten Pfeifstrophe „wi wi wi“ weithin rufen. Als einziger Vogel kann der Kleiber (Sitta europaea) den Baumstamm kopfüber hinunterlaufen. Der Name beschreibt die „handwerkliche“ Fähigkeit des Vogels, den Eingang der Bruthöhle durch „Kleibern“ (Kleben) von Lehmkügelchen auf die eigene Körpergröße zu verkleinern. Mit 12 bis 15 Zentimetern ist der Kleiber etwa so groß wie eine Kohlmeise. Typisch sind die kompakte Gestalt, der relativ große Kopf, das blaugraue Obergefieder sowie der schwarze Augenstreif von den Schultern bis zum langen spitzen Schnabel.

 

   

 

Kleiber 2

„Mindestens acht Prozent der europäischen Kleiberpopulation lebt in Deutschland. Damit hat Deutschland eine zentrale Verantwortung für die Art und ihren Lebensraum mit höhlenreichen Altholzbeständen und strukturreichen, lichten Laub-, Laubmisch- und Nadelwäldern. Diese sind gleichzeitig ein Wasserspeicher und nehmen sehr viel Kohlendioxid aus der Luft auf. Eine sorgsame Behandlung des Kleiberlebensraums ist damit auch ein gesellschaftlicher Beitrag zum Hochwasser- und Klimaschutz“, sagte LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann.

Seit 1971 kürt der NABU den „Vogel des Jahres“. Mit dem Kleiber wurde in diesem Jahr nach dem Schwarzspecht (1981) und dem Buntspecht (1997) wieder bewusst ein Waldvogel gewählt. „Der Kleiber benötigt ältere Bäume, in denen er nisten kann“, so NABU-Vizepräsident Opitz. Eine nachhaltige Forstwirtschaft sei damit gleichzeitig der beste Schutz für den Kleiber. Nach Schätzungen gibt es derzeit etwa 600 000 bis 1,4 Millionen Brutpaare in Deutschland.


WAS KANN ICH TUN?

  • Pflanzen Sie heimische Sträucher in ihren Garten.
  • Schneiden Sie Gartenhecken nur im Herbst in Form. So können Zaunkönige und Co. in Ruhe nisten.
  • Lassen Sie einige "unordentliche Ecken" mit Schnittgut
  • Lassen Sie Bächen und kleinen Flüssen ihren Lauf. Vielleicht können Sie sich auch in Ihrer Gemeinde für ein Renaturierungsprogramm einsetzen.
  • Mit dem Kauf von Bioprodukten unterstützen Sie ökologische Landwirtschaft und damit die Förderung und Erhaltung strukturreicher Agrarlandschaften, die ohne Einsatz schädlicher Pestizide bewirtschaftet werden.

Bauen Sie einen eigenen Höhlenbrüterkasten.
Bauanleitung als PDF

Kurz und Gut: Versuchen Sie, die Natur so weit es geht Natur sein zu lassen.

Links

Vogelschutz:
"Vogel des Jahres"
Birdlife International. - Der Dachverband des internationalen Vogelschutzes
Deutsche Ornithologen-Gesellschaft

Gartengestaltung:
www.Gartenwelt-Natur.de -Tips zum Biogarten
www.Gartenprobleme.de - Seiten für alle, die gegen Schädlinge nicht gleich die Giftkeule anpacken möchten.


(C) - erstellt im Auftrag des NABU Regionalverband Halle-Saalkreis e.V.