Dieskauer Park, Streuobst am Dieskauer Mühlweg

Im Südosten von Halle gibt es kaum Halbtrockenrasen. Deshalb sind die am Ostrand des Dieskauer Parkes über Kiesen eines saalekaltzeitlichen Saalelaufes entwickelten Bestände lokal die bedeutendsten Vorkommen solcher Lebensräume. Sie liegen innerhalb eines Streuobstkomplexes mit zahlreichen  hochstämmigen Kirsch-, Apfel- und Birnbäumen. Die Flächen waren schon vor dem Beginn der Beweidung mit unseren Schafen in einem guten Zustand, weil der bis vor wenigen Jahren aktive Dieskauer Schäfer regelmäßig in Huteweide bis in den Südteil des Parkes zog. Neben relativ hochwüchsigen Halbtrockenrasen sind an kleinen Anschnitten der unterlagernden Kiese auch Sandtrockenrasen mit Grasnelke (Armeria elongata), Ohrlöffel-Leimkraut (Silene otites) und Zwerg-Schneckenklee (Medicago minima) erhalten geblieben. Im Südteil gehen die Rasen in wechseltrockenes Grünland über, in denen zur Halbtrockenrasenvegetation Wechselfeuchtezeiger wie Wiesen-Silge (Silaum silaus) hinzutreten. Am Waldsaum besitzt hier zudem die Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) ein kleines Vorkommen. Mit geübtem Auge lässt sich die Fläche wohl auch aus dem mit 300 km/h unweit vorbeieilendem ICE heraus für Sekundenbruchteile bewundern.

 

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