Landschaftspflege mit Biss geht weiter

Finanzierung des Beweidungsprojektes für 3 weitere Jahre gesichert

Die naturschutzgerechte Pflege zahlreicher Naturschutzflächen in der Umgebung von Halle (Saale) durch die Schafherde des NABU kann für weitere 3 Jahre fortgeführt werden: Aufgrund der Bewilligung von Fördermitteln durch das Landesverwaltungsamt ist die Finanzierung der „Landschaftspflege mit Biss“ nunmehr bis zum 30. April 2020 gesichert.

Bereits seit 2009 sorgen die NABU-Schafe auf ihren Weideflächen in Halle und im Saalekreis für den Erhalt der Artenvielfalt. Sie weiden auf besonders artenreichen Grünlandflächen, die für ihren Erhalt auf eine regelmäßige Beweidung angeweisen sind. Diese Weideflächen bilden die letzten Rückzugsgebiete für viele seltene Tiere und Pflanzen, die in unserer intensiv genutzten Landschaft sonst keine geeigneten Lebensräume mehr finden.

Das nun bewilligte NABU-Projekt „Beweidungspflege von FFH-Lebensräumen auf Splitterflächen innerhalb und außerhalb von Natura 2000-Gebieten im Saalekreis und in Halle sowie Habitatpflege der Verantwortungsart Biscutella laevigata ssp. gracilis“ wird mit Mitteln aus dem ELER-Fonds der Europäischen Union gefördert, die  durch das Land Sachsen-Anhalt kofinanziert werden.

In dem neuen Beweidungsprojekt kann die „Landschaftspflege mit Biss“ in den kommenden 3 Jahren nicht nur fortgeführt, sondern auch flächenmäßig ausgeweitet und um zusätzliche Schwerpunkte bereichert werden. Als Pflegeflächen für die NABU-Schafe werden zum Beispiel die Saalehänge an der Pögritzmühle in Wettin und etliche kleine Weideflächen am Petersberg zusätzlich in das Projekt integriert. Einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt setzt der NABU mit der Pflege der Lebensräume ausgesprochen seltener Pflanzenarten, für die Deutschland bzw. Sachen-Anhalt eine besondere internationale Verantwortung besitzen, weil sie hier ihren Verbreitungsschwerpunkt haben. In die Beweidungspflege aufgenommen werden daher einige Vorkommen des Zierlichen Brillenschötchens, das nur im Saale-Elbe-Gebiet vorkommt (fast ausschließlich in Sachsen-Anhalt) und der Grauen Skabiose, die nur auf den Porphyrhügeln in der Halleschen Umgebung noch relativ häufig zu finden ist und sonst überall extrem selten geworden ist.

Neben der Beweidungspflege gehört zu dem neuen Projekt auch eine wissenschaftliche Begleitung – etwa durch Kartierung von Tieren und Pflanzen auf den weideflächen – sowie die Information der Öffentlichkeit und Angebote der Umweltbildung.

Zu den neuen Projektflächen zählt der Kalkhang an der Pögritzmühle bei Wettin

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