Weiden als Kulturerbe

Beweidetes Grünland ist ein Teil unserer Kulturlandschaft. Diese kulturellen Erbstücke können Schmückstucke sein und haben als Reste früherer Kulturformen ihren besonderen Wert.

 

Mageres Weideland ist nicht nur aus ästhetischer Sicht, sondern auch wegen der Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten, die auf diesen Flächen leben, erhaltenwert.

 

Das Grünland in Deutschland bietet knapp 2.000 Pflanzenarten einen Lebensraum. Das entspricht etwas der Hälfte aller heimischen Pflanzenarten.

 

Darunter nehmen extensiv bewirtschaftete Weiden eine Sonderstellung ein. Diese gehören zu den letzten Rückzugsgebieten vieler bedrohter Arten, die in der offenen Landschaft zu Hause sind. Den größten Flächenanteil hatten Weiden im 18. und 19. Jahrhundert.

 

In Mitteleuropa begann die Umwandlung der Natur- in Kulturlandschaften vor etwa 7.000 Jahren, als die ersten sesshaften Bauern den Urwald rodeten, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

 

Zunächst trieben Bauern ihr Vieh zum Weiden in den Wald. Aus der reinen Waldweide entstanden durch Fraß und Tritt der Weidetiere offene Flächen. Gedüngt wurden diese Flächen nie, da man den kostbaren Dünger für die Ackerflächen benötigte. So entwickelten sich niedrige, magere Rasen mit vielen lichtliebenden Arten.

 

Magerrasen sind arm an Nährstoffen und Wasser. Aber gerade deshalb beherbergen sie eine besondere Artenvielfalt. Denn bei dieser kargen Kost können zahlreiche Spezialisten überleben, die Trockenheit und Wärme tolerieren.

 

Ihre geringe Konkurrenz lässt ein gleichzeitiges Miteinander zu, während sich unter üppigeren Bedingungen oftmals wenige besonders erfolgreiche Arten zu Lasten anderer durchsetzen.

In dieser Gemeinschaft fühlen sich viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten wohl, wie Orchideen, Küchenschellen, Schmetterlinge, Heuschrecken, Laufkäfer, Ameisen, Reptilien, Bienen und Hummeln.

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