Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia)

(FFH-LRT 6210)

Die Kalkmagerrasen sind besonders artenreiche und buntblütige Grasländer auf basenreichen Böden. Sie wachsen auf flachgründigen, nährstoff­armen Standorten, die sich im die Sommer stark erwärmen und austrocknen. Die charakteristischen Pflanzen der Kalkmagerrasen sind meist von niedrigem Wuchs und sehr licht­be­dürftig.

 

Im Projektgebiet gedeihen diese Magerrasen auf den Hügeln der Halleschen Por­phyr­­landschaft, auf Kalk- und Buntsandsteinhängen sowie auch auf quartär- oder tertiärzeitlichen Sanden und Kiesen. Zu den charak­teristischen Pflanzenarten dieses Lebensraums gehören die Gräser Fiederzwenke, Furchen­schwingel und Wiesenhafer sowie – um nur wenige zu nennen – die Kartäuser-Nelke, die Zypres­sen-Wolfsmilch, der Wiesen-Salbei und das Kleine Mädesüß. Die Kalkmagerrasen bilden vor allem im Frühjahr ausgesprochen attraktive und buntblütige Bestände, nach niederschlagsreichen Sommern kann es aber auch im September noch einmal sehr bunt zugehen.

 

Besonders schützenswert sind die Kalkmagerrasen als Refugien für zahlreiche seltene und gefährdete Pflanzen- und Insektenarten. Auf unseren Weideflächen gehören dazu z.B. die Goldhaar-Aster (Galatella linosyris), der Blauweiderich (Veronica spicata) und die Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora) sowie verschiedene Tagfalter. Als ausgesprochene Raritäten und regionale Besonderheiten treten auf einigen Weideflächen das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) und die Duftskabiose (Scabiosa canescens) auf.

 

Gefährdet sind die Kalkmagerrasen vor allem durch gänzlich ausbleibende Nutzung oder aber eine zu hohe Nutzungsintensität sowie durch Nährstoff­ein­träge (Eutrophierung).

Unter den Naturnahen Kalk-Trockenrasen werden die besonderen Bestände mit bemerkenswerten Orchideen durch die FFH-Richtlinie als prioritäre Lebensräume unter besonders strengen Schutz gestellt. Auf den NABU-Weideflächen sind solche prioritären Bestände z.B. auf dem Spitzberg bei Landsberg und auf dem Küsterberg bei Brachwitz ausgebildet.

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